Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.

Newsletter 5/2021

Liebe Leserinnen und Leser,

mit unserem Newsletter BÖB-aktuell informieren wir Sie regelmäßig über Aktivitäten des Verbands sowie relevante Neuigkeiten aus den Bereich Technik und Innovation, Infrastruktur, Digitalisierung, Logistik und Schifffahrtsrecht und Verkehrspolitik. 

INHALT

Klicken Sie direkt auf die Schlagzeile, um zum Artikel zu gelangen

Positionspapier BÖB

Deutschland hat am 26. September einen neuen Bundestag gewählt. Damit die Belange der Hafen- und Logistikwirtschaft in den bald beginnenden Koalitionsverhandlungen und im künftigen Regierungshandeln Beachtung finden, hat der BÖB in einem Positionspapier zentrale Forderungen aufgestellt.

Häfen sind Architekten der Verkehrsverlagerung vom LKW auf Schiene und Wasserstraße und somit Treiber bei der Reduktion von Klimagasen im Güterverkehr. Binnenhäfen sind Zentren für wirtschaftliche Entwicklung, Wertschöpfung und Beschäftigung in ihren Regionen. Als Logistikhubs konzentrieren wir verschiedenste Unternehmen aus dieser Branche auf dem Hafengebiet. Das sorgt für deutlich kürzere Wege. Insbesondere bei Häfen in städtischen Gebieten können so erheblich Emissionen eingespart werden.

Die EU-Kommission hat das Potenzial der Binnenhäfen für das Erreichen unserer Klimaziele bereits erkannt: Mit dem kürzlich vorgestellten Aktionsplan NAIADES III setzt sie einen klaren Fokus auf Unterstützung und Förderung von Binnenhäfen, um die Ziele des European Green Deals zu erreichen. Mit den richtigen nationalen Rahmenbedingungen können wir unsere Potenziale noch besser nutzen. Das ist Aufgabe der kommenden Bundesregierung und der Kern unserer Forderungen. Deutschland braucht starke, zukunftsfähige Häfen für die sichere Versorgung von Handel und Industrie.

Die deutschen Binnenhäfen fordern von der neuen Bundesregierung unter anderem eine stärkere Unterstützung der Häfen bei Investitionen in Erhalt und Ausbau von Hafeninfrastrukturen für multimodalen Güterumschlag, bei Ufersanierungen und zur Weiterentwicklung von Häfen zu Drehkreuzen der Energiewende. Prioritäre und verlässliche Investitionen in die nachhaltigen Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße sind notwendig, damit es nicht zu Kapazitätsengpässen, etwa bei vorgelagerten Gleisinfrastrukturen oder systemkritischen Bauwerken an Kanälen, kommt.

Die Modernisierung der Binnenschiffsflotte braucht weiterhin eine passgenaue Förderkulisse des Bundes und sollte um eine Neubauförderung ergänzt werden. Die Digitalisierung muss Hand-in-Hand mit dem Ausbau der 5G-Infrastruktur forciert werden. Nur so können die vielen privaten und öffentlich geförderten Projekte zur Digitalisierung der Verkehrsträger und der Logistik zum Erfolg geführt werden.

Das Positionspapier finden Sie hier.

(Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de)

Zurück zum Inhalt

BÖB-Mitgliederversammlung: Raus aus dem Krisenmodus, rein in die Zukunft!

Am 22. September hat der BÖB seine Jahrestagung im Spreespeicher in Berlin ausgerichtet.
Vor etwa 50 Anwesenden, darunter Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Medien, gab BÖB-Präsident Joachim Zimmermann einen Überblick zu den Empfehlungen der deutschen Binnenhäfen für die kommende Wahlperiode.

Die deutschen Binnenhäfen sind Teil der Lösung für die großen Herausforderungen unserer Zeit. Mit unseren bundespolitischen Forderungen haben wir ein Angebot formuliert, die Verkehrsverlagerung und das Erreichen der Klimaziele aktiv mitzugestalten. Dafür brauchen wir aber auch die entsprechenden Rahmensetzungen der Politik.

Ohne Binnenhäfen wäre die gesamte Industrialisierung nicht möglich gewesen. Als Drehkreuze für die Energieträger der Zukunft bieten sich Binnenhäfen auch für die Bewältigung der Energiewende an?

Als multimodale Logistikhubs sind Binnenhäfen Treiber der Verlagerung auf die umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße. Anstelle einer Verlagerung von LKW-Transporten sehen wir derzeit aber eher eine Kannibalisierung der beiden umweltfreundlichen Verkehrsträger. Wir fordern daher gleiche Wettbewerbsbedingungen für Schiene und Wasserstraße. Hierzu bedarf es politischer Unterstützung.

Eine Förderung für die Sanierung von Kaianlagen und Ufermauern sowie die Förderung multimodaler Umschlagsanlagen und ein integriertes Verkehrskonzept für Schiene und Wasserstraße würden der Verkehrsverlagerung neuen Schub geben und das System Wasserstraße stärken.
Wir wollen auch die enormen Potenziale der Digitalisierung nutzen. Dazu benötigen wir zeitnah einen konsequenten und flächendeckenden 5G-Ausbau an Wasserstraße und Schiene.
Die deutschen Binnenhäfen sind bereit, aktiv ihren Teil zum Wandel beizutragen!

Passend dazu gab der Business Futurist Sven Göth im Anschluss einen Impuls zu den Kernkompetenzen für das 21. Jahrhundert: Innovationsfähigkeit, Digitalisierungsfähigkeit, Veränderungsfähigkeit, Verantwortungsfähigkeit sowie Teamfähigkeit. Damit beschrieb Göth den Weg, auf den sich auch die deutschen Binnenhäfen bereits begeben haben.

(Bildquelle: Krüger-Pillath)

Zurück zum Inhalt

Datenerhebung für mehr Großraum- und Schwerlasttransporte auf Wasser und Schiene

Der Schlussbericht der BMVI AG zur Verlagerung von Großraum- und Schwerlasttransporte (GST) von Straße auf Wasserstraße und Schiene wurde am 23.06. auf der BMVI Homepage veröffentlicht. Der Umstieg auf Schiene und Wasserstraße für GST ist ein wichtiger verkehrspolitischer Baustein, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Aus dem Klimaschutz-Sofortprogramm 2022 sind 10 Mio. € für Zuschüsse für die Verlagerung von GST von der Straße auf die Wasserstraße vorgesehen. Mit der Umsetzung der Handlungsempfehlungen wird das BMVI jetzt schrittweise beginnen.

Im Rahmen einer Kurzfristmaßnahme steht jetzt die strategische Vorbereitung und Schaffung einer digitalen Datengrundlage zur Integration der Hafen- und Umschlagsdaten der Bundeswasserstraßen in das VEMAGS System an.

Das BMVI wird die erstmalige Erhebung der Übergabepunkte an Bundeswasserstraßen (private und öffentliche Häfen, temporäre Liegestellen und Ersatzübergangsstellen) durchführen. Das hierfür erforderliche Datenblatt wurde mit dem BÖB im Jahr 2020 abgestimmt. Der Hafen Dresden hat das Datenblatt „getestet“ und ausgefüllt. Ein Abstimmungsgespräch mit dem Hafen Dresden steht unmittelbar bevor. Der SPC hat auch „Testläufe“ mit weiteren Häfen initiiert, deren Ergebnisse seit Ende September vorliegen. Im nächsten Schritt wird das Datenblatt finalisiert und eine Webanwendung für die Erhebung entwickelt. Der Kickoff-Termin der Erhebung wird in einer digitalen Veranstaltung gemeinsam mit dem vom BMVI beauftragten externen Berater, dem SPC, dem BÖB, VEMAGS, WSV und BMVI durchgeführt. Die Veranstaltung ist spätestens im Dezember 2021 geplant. Nach Durchführung der Erhebung werden Anfang 2022 die qualitätsgesicherten Daten an VEMAGS übergeben.

Für eine erfolgreiche Erhebung benötigt das BMVI die Unterstützung des BÖB und weiterer Hafenvertreter. Eine vollständige und verlässliche Datengrundlage ist Basis für eine routingfähige, bi- bzw. spätere trimodale Planung von GST. Im ersten Schritt werden die Übergabepunkte und das digitale Verkehrsnetz der Binnenwasserstraßen in VEMAGS in der Kartendarstellung für die Erlaubnis- und Genehmigungsbehörden von GST auf der Straße sichtbar, sodass diesen bei Transportentfernungen von mehr als 250 km eine qualifizierte Prüfung des alternativen Verkehrsweges Wasserstraße erleichtert wird.

Das BMVI stößt mit der Erhebung der Hafeninformationen die kurzfristige Maßnahme der Binnenhafenwirtschaft aus dem Masterplans Binnenschifffahrt an:

„Die Binnenhafenwirtschaft wird eine Datenbank mit Daten zu Kapazitäten im Bereich Schwergutverladung und Schwergutliniendiensten erstellen und für eine Verwendung im VEMAGS (Verfahrensmanagement für Großraum- und Schwertransporte) -System zur Verfügung stellen.“

Die dauerhafte Pflege dieser Daten ist noch nicht geregelt.

(Bildquelle: Bayernhafen)

Zurück zum Inhalt

Studie zur Binnenschifffahrt in Nord-/Nord-Ost-Deutschland

Welche Herausforderungen und Perspektiven hat die Binnenschifffahrt im Norden und Nordosten Deutschlands? Unter dieser Überschrift untersuchen die PLANCO Consulting GmbH, das Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST) und das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) die Bedeutung der Binnenschifffahrt für die Region und geben Empfehlungen für die Zukunft.

Die Studie stellt die zentrale Rolle der großen Häfen Braunschweig, Haldensleben, Minden und Riesa als regionale Hubs für das Hinterland heraus. Darüber hinaus wird die Versorgungsfunktion der Häfen insgesamt für die lokale Industrie betont.

Bemängelt wird die immer noch zu geringe Wahrnehmung der Bedeutung von Binnenhäfen und Binnenschifffahrt. Hierzu empfiehlt die Studie, den Bekanntheitsgrad der Branche zu erhöhen. Dies soll durch Aktionen wie Tage der offenen Tür, Maßnahmen an Schulen, Universitäten u. ä. und durch das stärker Hervorheben der Umweltfreundlichkeit des Verkehrsträgers geschehen. Auch die wirtschaftliche Bedeutung der Binnenhäfen und ihre direkte und indirekte Beschäftigungswirkung werden nicht überall vollumfänglich wahrgenommen.

Die Studie setzt auch an einem Punkt an, den BÖB und VBW im Masterplan Binnenschifffahrt und beim Thema Großraum- und Schwerguttransporte (GST) bereits vorantreiben: Notwendig sind Datengrundlagen zu Umschlags- und Lagerinfrastruktur und zur Verfügbarkeit und Belegung von Liegeplätzen, damit der Transport auf der Wasserstraße planbarer und attraktiver wird. Gerade bei multimodalen Transportketten sind diese Informationen zentral. Zum Teil erhebliche Verlagerungspotenziale sieht man insbesondere bei Transporten per LKW im Seehafenhinterland und bei Massengütern wie Kohle oder Erzen sowie bei Großraum- und Schwerguttransporten.

Für die künftige Aufstellung der Binnenschifffahrt hat die Studie Themen wie die Förderung von Investitionsbereitschaft zum Bau kleinerer Schiffseinheiten identifiziert. Hierzu läuft derzeit eine vom Deutschen Bundestag angestoßene Studie zum Bedarf und zur Finanzierung kleinerer und flachgehender Schiffe im Auftrag des BMVI.

Zentral für eine Verlagerung und den planbaren Transport auf der Wasserstraße ist aber auch eine verlässliche Infrastruktur. Zahlreiche Instandsetzungs- und Ausbaumaßnahmen im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans stehen in den kommenden Jahren an, um die Wasserstraßeninfrastrukturen zukunftsfähig zu halten. Hierzu weist die Studie insbesondere auf Engpässe wie die Schleuse Lüneburg hin, die schnell behoben werden müssen.

Damit See- und Binnenschifffahrtsverkehre besser ineinandergreifen und insbesondere damit die Seeschiffsanläufe auch für die Binnenschifffahrt planbarer werden, sollen See- und Binnenhäfen noch enger zusammenarbeiten. Hier nennt die Studie unter anderem besseren Informationsaustausch, konsequente Ausstattung mit Landstromanschlüssen, abgestimmtes Leercontainermanagement und eine bessere Abwicklung von Binnenschiffen in Seehäfen mit der Digitalisierung der Prozesse im Hamburger Hafen als Vorbild.

Angeregt wird zudem ein Binnenhafenkonzept für Norddeutschland, in dem alle Standorte mit ihrer infrastrukturellen Ausstattung und ihren Potenzialen analysiert werden. Die norddeutschen Bundesländer sollen die Entwicklung der Binnenschifffahrt gemeinsam unterstützen. So sollen auch die Chancen, für Fördermittel aus internationalen Töpfen (Horizon 2020, CEF, etc.) verbessert werden.

Die Chancen von Digitalisierung und Automatisierung für effizientere Steuerung von Zuläufen etwa zu Häfen oder schleusen sollen besser genutzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schifffahrt zu verbessern.

Abschließend appellieren die Verfasser der Studie, die Umweltfreundlichkeit der Binnenschifffahrt stärker herauszustellen, da hier ein spürbarer Beitrag zum Erreichen der europäischen Emissionsziele erbracht werden kann. Als Stichworte werden alternative Kraftstoffe, Landstromanlagen und multimodale Tankstellen genannt.

Zusammenfassend kann konstatiert werden, dass diese Studie sehr detailliert die Chancen und Herausforderungen der Binnenschifffahrt und der Häfen im nord- und nordostdeutschen Raum analysiert und eine Reihe sinnvoller und wichtiger Empfehlungen herausgearbeitet hat. Der BÖB begrüßt die Studie daher ausdrücklich als wertvollen Beitrag zur Stärkung des Systems Wasserstraße.

Auftraggeber der Studie sind Hafen Hamburg Marketing, das Bündnis Elbe-Seitenkanal und die Elbe-Allianz. Der BÖB ist in der Elbe-Allianz vertreten und war auch in Form eines Workshops eingebunden.

Die Studie finden Sie hier zum Download.

(Bildquelle: Bernd Sterzl / pixelio.de)

Zurück zum Inhalt

Förderung für Austausch von Dieselmotoren zur Emissionsreduzierung

Am 22. September ist die „Förderrichtlinie Zuwendungen für die Beschaffung und den Einbau von emissionsärmeren Dieselmotoren für Gütermotorschiffe“ in Kraft getreten. Mit dem neuen Vorhaben wird der freiwillige Austausch von alten gegen neue Dieselmotoren gefördert, die die Emissionsgrenzwerte der Stufe V übererfüllen. Das Programm ergänzt die Förderrichtlinie zur nachhaltigen Modernisierung von Binnenschiffen und ist damit ein weiterer Beitrag Deutschlands für das Pariser Klimaschutzabkommen.

Förderfähig ist der freiwillige Austausch von Dieselmotoren gegen emissionsärmere Stufe-V-Motoren der Klassen IWP, IWA, NRE (bis 560 kW) und als gleichwertig anerkannte Motoren im Sinne der europäischen NRMM-Verordnung. Zudem kann die Nachrüstung mit Katalysatoren, Partikelfiltern und Kraftstoff-Wasser-Emulsionsanlagen gefördert werden.

Voraussetzung für die Unterstützung ist die Ausrüstung der Motoren mit einem Abgasnachbehandlungssystem, sodass die derzeit einzuhaltenden Emissionsgrenzwerte neuer Motoren deutlich unterschritten werden. Die Abgasnachbehandlungsanlagen sind zudem nur förderfähig, wenn gegenüber dem Bestandsmotor 90 Prozent der Partikelmasse und 70 Prozent der Stickstoffemissionen reduziert werden oder wenn eine gleichwertige kombinierte Minderung nachweisbar ist.

Je Unternehmen kann dabei eine maximale Unterstützung von 200.000 € beantragt werden. Die Förderquote beträgt 40 bis 60 Prozent der zuwendungsfähigen Investitionsausgaben, in Abhängigkeit der Unternehmensgröße. Die Unterstützung ist nur bis Ende 2022 möglich.

Weitere Informationen zum Förderprogramm befinden sich auf der Website des elektronischen Wasserstraßen-Informationsservices.

Die deutschen Binnenhäfen begrüßen die Entwicklung hin zu einem noch grüneren Verkehrsträger. Ziel muss jedoch weiterhin sein, dass Binnenschifffahrt in Zukunft klimaneutral wird.

(Bildquelle: PON CAT)

Zurück zum Inhalt

Gründung des gemeinsamen Ausschusses Wirtschaft und Logistik

Am 22. September haben BÖB und VBW offiziell den gemeinsamen Ausschuss Wirtschaft und Logistik gegründet. Der Ausschuss ist im Zuge der im Oktober 2020 zwischen beiden Vereinen vereinbarten engeren Zusammenarbeit aus dem BÖB-Ausschuss Wirtschaft und Verkehr und dem VBW-Fachausschuss Verkehrswirtschaft hervorgegangen. Beide Ausschüsse hatten zuvor bereits mehrmals gemeinsam getagt, sich eine gemeinsame Geschäftsordnung gegeben und die Fusion auch inhaltlich vorbereitet. Geleitet wird der neue Ausschuss Wirtschaft und Logistik von Ralf Karpa, der bisher bereits den BÖB-Ausschuss Wirtschaft und Verkehr geführt hatte. Stellvertretender Ausschussvorsitzender ist Dr. Wolfgang Hönemann, der bisher dem VBW-Fachausschuss Verkehrswirtschaft vorstand.

(Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de)

Zurück zum Inhalt

Offizieller Startschuss für das Projekt DigitalSOW

Im Sommer 2021 erhielten sechs Verbundpartner aus Wirtschaft und Wissenschaft den Förderbescheid des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) für den Aufbau und Betrieb eines digitalen Testfeldes an der Spree-Oder-Wasserstraße (SOW). Das BMVI fördert das Projekt DigitalSOW im Rahmen der Förderrichtlinie zur Entwicklung von Digitalen Testfeldern an Bundeswasserstraßen mit 4,2 Mio. Euro. Mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung am 28. September 2021 in Wildau startete das Projekt nun auch offiziell. Mehr als 90 Teilnehmer*innen waren vor Ort und über den Livestream dabei.

Jürgen Alberding, Geschäftsführer der Alberding GmbH in Wildau und Konsortialführer des Forschungsprojektes, dankte in seiner Begrüßung allen Unterstützern des Antrags und lobte die vorbildliche Netzwerkarbeit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes Brandenburg (WFBB). „Das Projekt DigitalSOW ist ein wichtiger Meilenstein für die Digitalisierung der Wasserstraße und Automatisierung der Binnenschifffahrt in dieser Region. Die unterschiedlichen Kompetenzen der Partner sind eine gute Basis für ein erfolgreiches Projekt“, stellte Alberding fest.

In seinem Grußwort gratulierte Robert Schumann, Referatsleiter im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, dem Konsortium zum erfolgreichen Projektantrag. Die Ursache für die Herabsetzung der SOW als Nebenwasserstraße im Bundesverkehrswegeplan liegt laut Schumann in der Fehlannahme, dass Binnenschiffe aus Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen immer größer werden müssen. Schumann sieht ein großes Potenzial für kleine, intelligente und möglichst autonom fahrende Schiffseinheiten zur Ver- und Entsorgung Berlins und schlägt für die SOW die Bezeichnung "Zukunftswasserstraße" vor.

Dr. Norbert Salomon, Abteilungsleiter Wasserstraßen und Schifffahrt im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, hob in seiner Keynote die Bedeutung engagierter Digitalisierung der Wasserstraße für die Erreichung der Klimaziele und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt hervor: „Digitale Testfelder sind die Grundlage für die Erforschung und Entwicklung der automatisierten bzw. autonomen Binnenschifffahrt. Das Projekt DigitalSOW soll als zweitgrößtes Projekt dieses Förderaufrufs einen wichtigen Beitrag zur Erprobung neuer Transportkonzepte und Technologien leisten.“

In fünf Fachvorträgen der Verbundpartner wurden die Themenbereiche des Forschungsvorhabens mit ihren Herausforderungen präsentiert. Marcel Lohbeck vom Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V. stellte neue Citylogistikprojekte in Paris und Utrecht vor, die auch Vorbild für die Metropolregion Berlin sein könnten. Maik Uhlemann von der Alberding GmbH veranschaulichte die Aufgaben der Leitzentrale und die geplante digitale Testfeldinfrastruktur entlang der Wasserstraße. Tim Holzki vom Fachgebiet Entwurf und Betrieb Maritimer Systeme an der Technischen Universität Berlin vermittelte einen Eindruck vom Versuchsträger, der im Rahmen des Projektes konstruiert, gebaut und erprobt werden soll. Dr. Ralf Ziebold vom Institut für Kommunikation und Navigation beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) hob die Bedeutung der präzisen Schiffslagebestimmung mit Backup-Positionierung hervor. Anschließend erläuterte Alexander Schöley vom Institut für Automatisierungstechnik der Universität Rostock die Herausforderungen zum automatisierten Manövrieren als entscheidender Schlüssel zur autonomen Binnenschifffahrt.

Das Projekt DigitalSOW reiht sich in andere innovative Forschungsaktivitäten entlang der Spree-Oder-Wasserstraße ein. Jörg Zimmermann von der Alberding GmbH skizzierte Synergieeffekte zum laufenden mFUND-Projekt „AutonomSOW II“, das die Transportvorgänge auf Binnenwasserstraßen mittels einer Informationsplattform planbarer und effizienter gestalten will. Philip Michalk, Koordinator der Forschungsgruppe Verkehrslogistik an der Technischen Hochschule Wildau, stellte das EU-Projekt InterGreenNodes zur Entwicklung umweltfreundlicherer und multimodaler Lösungen für Häfen vor.

Das anschließende Get-together bot Gelegenheit für weiterführende Gespräche und Networking mit den Expertinnen und Experten. Erste Ergebnisse des Forschungsprojektes sollen gemeinsam mit der neuen Versuchsträgerplattform Mitte des kommenden Jahres demonstriert werden.

Weitere Informationen zu DigitalSOW finden Sie hier.

(Bildquelle: Alberding GmbH)

Zurück zum Inhalt

ZKR veröffentlicht Jahresbericht der Marktbeobachtung der Binnenschifffahrt in Europa

Die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) hat ihren Jahresbericht der Marktbeobachtung der Binnenschifffahrt in Europa für 2021 vorgestellt. Der Bericht gibt eine umfangreiche Übersicht über die Marktlage und die Entwicklungen der Binnenschifffahrt in Europa im Jahr 2020. Das vergangene Jahr war geprägt von ungewöhnlichen Maßnahmen und Ereignissen wie Lockdowns, Einschränkungen in der Mobilität und soziale Distanzierung. Durch die COVID-19-Pandemie und deren Gegenmaßnahmen ausgelösten wirtschaftlichen Einbruch lässt sich EU-weit auf 6 Prozent beziffern und übertrifft damit sogar den Effekt der Finanzkrise aus dem Jahr 2009.

Die Effekte, die diese weltweite Pandemie auf die Wirtschaft hatte, spürten der Transportsektor deutlich. Der Güterverkehr in der Binnenschifffahrt erwies sich jedoch als resilienter im Vergleich zu früheren Krisensituationen. Für die kommenden Jahre wird jedoch von einer Erholung im Güterverkehr ausgegangen. Dies basiert u. a. auf den voraussichtlichen Anstieg der Industrieproduktion in der Stahl- und Chemieproduktion, der Raffineriebranche, der Baubranche und der steigenden Nachfrage nach Mineralölprodukten.

(Bildquelle: klaas hartz / pixelio.de)

Zurück zum Inhalt

Terminankündigung Fachausschüsse und Arbeitsgruppen

Ausschuss für Betrieb und Technik

23. Nov 2021
10:00 - 12:00 Uhr
Über Webex

44. Sitzung des Fachausschusses „Digitalisierung“

29. Mrz 2022
11:00 - 14:30 Uhr
Präsenz

Zurück zum Inhalt

Website | Impressum

Geschäftsführung und inhaltlich verantwortlich:
Marcel Lohbeck
Vereinsregister: Amtsgericht Berlin-Charlottenburg 23421 NZ
Präsident: Joachim Zimmermann 

Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e. V.
Leipziger Platz 81
10117 Berlin
info-boeb@binnenhafen.de 

RECHTSHINWEIS | Diese E-Mail enthält vertrauliche und/oder rechtlich geschützte Informationen. Wenn Sie nicht der richtige Adressat sind oder diese E-Mail irrtümlich erhalten haben, informieren Sie bitte sofort den Absender und vernichten Sie diese Mail. Das unerlaubte Kopieren sowie die unbefugte Weitergabe dieser Mail ist nicht gestattet.

LEGAL NOTICE | This e-mail may contain confidential and/or privileged information. If you are not the intended recipient (or have received this e-mail in error) please notify the sender immediately and destroy this e-mail. Any unauthorized copying, disclosure or distribution of the material in this e-mail is strictly forbidden.

DATENSCHUTZ | Sie erhalten von uns Informationen oder werden kontaktiert, da wir schon in der Vergangenheit auf diesem oder einem anderen Weg im Austausch standen. Sollten Sie von uns in Zukunft keine Informationen und Einladungen mehr erhalten wollen, informieren Sie uns bitte per Mail an info-boeb@binnenhafen.de.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e. V.
Marcel Lohbeck
Leipziger Platz 8
10117 Berlin
Deutschland

+49 30 3988 1981
info-boeb@binnenhafen.de
www.binnenhafen.de
CEO: Marcel Lohbeck
Register: Amtsgericht Berlin-Charlottenburg 23421 NZ